FAQ

Häufig gestellte Fragen

Erfahren Sie mehr über SAAM

Hier finden Sie einige Antworten auf die am häufigsten gestellten Fragen. Für weitere Informationen zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren.

  • Hohe Verkehrssicherheit: 95 % der Unfälle werden durch menschliches Versagen verursacht. Ein höheres Maß an Autonomie kann gefährliche menschliche Verhaltensweisen wie Fahruntüchtigkeit, Trunkenheit am Steuer, Geschwindigkeitsüberschreitung und Ablenkung verringern.
  • Persönliche Freiheit: Mitfahrgelegenheiten und Mobilität auf Abruf ("Mobility as a Service") können die tägliche Mobilität der Menschen grundlegend verbessern. Darüber hinaus können Senioren oder Menschen mit Behinderungen, die sich selbst versorgen, aber nicht selbst fahren können, dank autonomer Fahrzeuge ein hohes Maß an Unabhängigkeit gewinnen. 
  • Geld sparen: Autonome Fahrzeuge können dazu beitragen, Kosten im Zusammenhang mit Autounfällen und medizinischen Problemen sowie Ausgaben im Zusammenhang mit dem Fahrzeugbesitz zu vermeiden. In einem vollautomatisierten Fahrzeug können die Insassen produktiveren Tätigkeiten nachgehen, z. B. arbeiten, und so Zeit sparen. 
  • Vorteile für die Umwelt: Der Verkehr ist weltweit für die meisten CO2-Emissionen verantwortlich. Carsharing und optimierte Verkehrsmittel können die Effizienz der Mobilität verbessern und damit die Emissionen weltweit reduzieren.

SAAM ist der wichtigste Verband im Bereich der selbstfahrenden Fahrzeuge in der Schweiz. Er ist bestrebt, einen nachhaltigen Beitrag zur Personenmobilität und zum Güterverkehr zu leisten. Der Verband bringt durch einen interdisziplinären Ansatz eine Vielzahl von wichtigen Stakeholdern zusammen.

SAAM fördert die Vernetzung und Zusammenarbeit zwischen seinen Mitgliedern. Dank der geschaffenen Synergien werden Projekte gemeinsam kosten- und ressourcenoptimiert entwickelt.

Global und in der Schweiz wird in Zukunft mit einer Zunahme der Verkehrsleistungen gerechnet und der öffentliche Verkehr wird im Vergleich zum motorisierten Individualverkehr überdurchschnittlich wachsen. Obwohl Covid-19 das prognostizierte Wachstum bremst und das Mobilitätsverhalten verändert, ist davon auszugehen, dass die Nachfrage langfristig steigen wird. Studien zeigen, dass dieser Wachstumsmarkt von den Trends Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Sharing geprägt sein wird. Bereits heute gibt es verschiedene On-Demand-Dienste, die nur bei Bedarf fahren und von den Kunden per App bestellt werden können. Dank "Pooling" können sich verschiedene Kunden, die in die gleiche Richtung fahren, das gleiche Fahrzeug teilen. Selbstfahrende Fahrzeuge werden als logische und notwendige Weiterentwicklung von On-Demand-Systemen gesehen. Diese zukünftige Kombination von nachfrageorientiertem Verkehr wird die bestehenden Verkehrssysteme nachhaltig verändern. Es braucht deshalb einen Verband wie den SAAM, um diese Entwicklungen aktiv zu gestalten.

Die bisherigen Pilotprojekte mit automatisierten Fahrzeugen waren sehr kostenintensiv und fanden nur isoliert statt. Durch die nun effiziente Bündelung der Kräfte im Verein können wir eine optimale Nutzung der Ressourcen erreichen und die finanziellen Mittel für weitere notwendige Projekte in diesem Bereich effizient einsetzen.

SAAM finanziert sich über die Mitgliederbeiträge. Der Verein versteht sich als Plattform, um verschiedene Stakeholder sinnvoll zu vernetzen und so innovative Ideen und Aufgaben in den oben skizzierten Schwerpunktbereichen durch gemeinsame Zusammenarbeit umzusetzen. 

Einzelne Mitglieder haben in der Vergangenheit bereits verschiedene Pilotprojekte initiiert, ohne dass es zu einer direkten Koordination zwischen den Beteiligten gekommen wäre. Der Verein ist das ideale Konstrukt, um diese Doppelspurigkeiten zu vemeiden und Synergien zu erzeugen. Auf diese Weise können Projekte mit selbstfahrenden Fahrzeugen kosten- und ressourcenoptimiert umgesetzt werden.

Gerade die Pandemie hat gezeigt, dass der klassische öffentliche Verkehr anpassungsfähig und vielseitig sein muss, um große Krisen zu überstehen. Ein Trend ist besonders deutlich. Die Angebote werden zunehmend an die persönlichen Bedürfnisse der Kunden angepasst und müssen ein Höchstmaß an Flexibilität bieten können. Neben der Elektrifizierung der Fahrzeugflotten ist dies derzeit eine der wichtigsten Entwicklungen im Personenverkehr. SAAM wird eine führende Rolle bei der Erprobung und Umsetzung des automatisierten Fahrens in Kombination mit einem personalisierten, flexiblen Service spielen.

Es gibt bereits erste Vorschläge für gemeinsame Pilotprojekte, siehe Seite Projekte. So hat beispielsweise ein Mitglied des VSV vorgeschlagen, ein gewöhnliches Fahrzeug mit Hilfe eines Nachrüstsatzes in ein autonomes Fahrzeug umzuwandeln. Dann könnte das Fahrzeug durch Teleoperation fernüberwacht werden. So könnte das Fahrzeug eine vordefinierte Route selbständig fahren. Der wesentliche Vorteil dieses Systems ist, dass bestehende Flotten schnell und kostengünstig automatisiert werden können. Die Liste der Projekte ist auf dieser Website zu finden.

Es gibt drei große Hürden, die überwunden werden müssen, damit automatisierte Fahrzeuge auf den Markt kommen und fahren können. Dies sind technologische, regulatorische und gesellschaftliche Faktoren.

Auf der technologischen Seite hat die zuverlässige Funktion aller miteinander kommunizierenden Systeme oberste Priorität: Videokameras, Radar- und Lidarsensoren sowie das GPS-System müssen wie in einem Flugzeug durch eine redundante Struktur gegen Totalausfall geschützt sein. Außerdem sind die Sensoren noch nicht in der Lage, bei jedem Wetter und in Gefahrensituationen zu funktionieren. Die digitale Vernetzung macht Roboterautos zudem genauso anfällig für Hackerangriffe wie PCs, und ein kleiner Softwarefehler kann eine ganze Reihe von Unfällen verursachen. Was die Algorithmen des maschinellen Lernens betrifft, so gibt es bis heute keine allgemein akzeptierten Lösungen, die ihre Sicherheit gewährleisten. Die Entwicklung von Spitzenforschung und -entwicklung ist daher von immenser Bedeutung.

Was die gesellschaftlichen Barrieren angeht, so gibt es einen gewissen Teil der Bevölkerung, der autonomes Fahren immer noch fürchtet. Einer der Hauptgründe dafür sind die jüngsten tödlichen Unfälle in der USA, in die autonome Fahrzeuge verwickelt waren. Außerdem haben autonome Fahrzeuge keinen Spielraum für Fehler, da Unfälle angesichts der ethischen Gefahren, die von Maschinen ausgehen, die Menschen schaden könnten, zu sehr mediatisiert werden.

Schließlich sind die rechtlichen Fragen komplex, da sie von vielen Faktoren abhängen, wie z. B. dem Land, in dem sich der Unfall ereignet hat, dem Automatisierungsgrad, dem Eigentümer des Fahrzeugs, den externen Faktoren des Unfalls und der Ursache des Fehlers (hat der Fahrer oder das System den Unfall verursacht?). Der derzeitige Rechtsrahmen erlaubt es teilautomatisierten Systemen, auf öffentlichen Straßen zu verkehren (L2*). Im Falle eines Unfalls, den der Fahrer des Fahrzeugs verschuldet hat, haftet häufig der Fahrzeughalter. Wenn die Fahrzeuge jedoch vollständig autonom werden (L5*), kann sich die Haftung auf die Fahrzeughersteller oder Technologieanbieter verlagern, wenn der Unfall auf ein Systemversagen zurückzuführen ist. Die rechtlichen Auswirkungen für L3*- und L4*-Fahrzeuge, bei denen Fahrer oder Teleoperatoren das automatisierte Fahrzeug übernehmen können, wenn es sich in einer Gefahrensituation befindet, sind noch unklar. In der Schweiz wird demnächst eine neue Rechtsverordnung zu den L3*- und L4*-Themen veröffentlicht.

*Stufen des automatisierten Fahrens, von 0 bis 5, wobei 5 für vollständig autonome Fahrzeuge gilt, die keine Lenkräder im Fahrzeug benötigen. Weitere Informationen zu den Automatisierungsstufen finden Sie hier.

Während das vollständig autonome Fahren auf Schweizer Straßen aufgrund gesetzlicher Beschränkungen noch nicht möglich ist, konnten im Bereich des öffentlichen Verkehrs verschiedene Pilotprojekte auf einzelnen und kurzen Buslinien, sogenannte "Last-Mile-Lösungen", vorgestellt werden. Diese in der Schweiz laufenden Projekte waren ein erster Ansatz, um die aktuellen technologischen Hindernisse zu verstehen und die Akzeptanz der Bevölkerung gegenüber autonomen Fahrzeugen zu testen.

Mit diesen Aktivitäten hat die Schweiz eine Vorreiterrolle eingenommen, insbesondere im Bereich des öffentlichen Verkehrs, da 2015 das erste Pilotprojekt stattfand, bei dem Personen in einem automatisierten Shuttle transportiert wurden. In Zukunft wird der vollautomatisierte öffentliche Verkehr neue Perspektiven eröffnen, insbesondere für den Transport von Personen und Gütern auf kurzen Strecken auf allen öffentlichen Straßen. Diese werden mit Technologien wie der Teleoperation überwacht werden. Längerfristig wird es möglich sein, die Mobilität bedarfsgerechter zu gestalten und die bestehenden starren Bahnen und Buslinien teilweise abzuschaffen.

Es wird noch einige Zeit dauern, bis automatisierte Fahrzeuge dauerhaft in den öffentlichen Verkehr integriert werden können. Allerdings ist in diesem Bereich derzeit eine spürbare Dynamik zu verzeichnen. Die für das automatisierte Fahren erforderliche Technologie wird ständig verbessert. Die Anschaffungskosten werden in den nächsten Jahren aufgrund des erwarteten Marktwachstums sinken. Es ist daher zu erwarten, dass in fünf bis zehn Jahren ein Durchbruch zu erwarten ist.

Bisher haben die Verkehrsunternehmen das Projekt der automatisierten Shuttles einzeln in Angriff genommen. Die Idee ist nun jedoch, sich für künftige Pilotprojekte zusammenzuschließen. Daher ist es durchaus denkbar, dass verschiedene Betreiber eine gemeinsame Flotte bedienen. An diesen Projekten werden Partner aus verschiedenen Bereichen beteiligt sein. Dazu gehören Forschungseinrichtungen, Industrie, Verkehrsunternehmen, Städte und Gemeinden usw. Wir sind der Meinung, dass ein interdisziplinärer Ansatz Ideen und Innovationen begünstigt.

Der Einsatz der Technologie ist bis zu einem gewissen Grad ähnlich. Das bedeutet, dass vergleichbare Radarsysteme sowohl in schienengebundenen Systemen als auch in straßengebundenen Systemen eingesetzt werden.

Ein weiterer Bestandteil von Pilotprojekten mit selbstfahrenden Fahrzeugen wird sein, dass automatisierte Fahrzeuge als Zubringer zur Bahn fungieren. Das bedeutet, dass neben der physischen Anbindung (sog. erste/letzte Meile) auch eine digitale Integration solcher Angebotsformen erforderlich ist.

Hauptziel von SAAM ist es, die verschiedenen Akteure sinnvoll zu vernetzen, um innovative Ideen und Aufgaben in den skizzierten Schwerpunktbereichen in gemeinsamer Zusammenarbeit umzusetzen. Nur gemeinsam können wir herausfinden, wie autonome Fahrzeuge in Zukunft problemlos im öffentlichen Raum eingesetzt werden können.

Der Verein sieht seine Aufgabe nicht in der Forschung und Entwicklung neuer Technologien. Vielmehr befasst sich SAAM mit den am Markt verfügbaren Technologien und prüft, inwieweit diese für zukünftige Mobilitätssysteme sinnvoll eingesetzt werden können oder welcher zusätzliche Kundennutzen generiert werden kann.

Während die Automatisierung von Maschinen bereits seit Jahrzehnten etabliert ist und funktioniert, wie z.B. bei der Produktion von Fahrzeugen, die vollständig automatisiert ist, ist dies bei den Fahreigenschaften des Fahrzeugs noch nicht der Fall. Der Grund dafür ist, dass das Fahren eines Fahrzeugs in einem gemischten täglichen Verkehr, einer sich ständig ändernden Umgebung, immens komplexer ist, wofür die klassische Automatisierungsprogrammierung nicht mehr ausreicht. Daher ist ein neuer Ansatz erforderlich, der sich aus zwei relativ neuen Elementen zusammensetzt, nämlich zum einen aus sehr großen Rechenkapazitäten und zum anderen aus umfangreichen Echtzeitdaten über Verkehrssysteme. Nur durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz lassen sich die komplexen Fragestellungen des automatisierten Fahrens lösen. Damit autonome Fahrzeuge gesellschaftlich akzeptiert werden, müssen sie zudem sicherer sein als herkömmliche Fahrzeuge. Man kann zwar tolerieren, dass ein Unfall von einem Menschen verursacht wird, aber nicht, wenn er von einer Maschine verursacht wird. Folglich müssen automatisierte Fahrzeuge strenge funktionale Sicherheits- und Cybersicherheitsstandards erfüllen.

Neben vielen anderen werden zwei große Nutzerkategorien unterschieden: der private Individualverkehr und der kollektive Verkehr.

Die Nutzerkategorie des privaten Individualverkehrs steht derzeit im Mittelpunkt der Geschäftsmodelle der Automobilhersteller. Dazu gehören Fahrzeuge für den persönlichen Gebrauch (z. B. Familienautos) und Nutzfahrzeuge (z. B. Lkw). Es ist jedoch nicht sicher, dass sich autonome Fahrzeuge in diesem Segment durchsetzen werden, vor allem wegen der hohen Kosten, die diese neuen Technologien für die Nutzer mit sich bringen werden. Die Komponenten und die Hardware wie Sensoren, Lidars, Radare und Kameras könnten die Menschen davon abhalten, solche Fahrzeuge zu kaufen, da das Kosten-Nutzen-Verhältnis nicht so offensichtlich sein wird.

Die zweite Nutzerkategorie ist der kollektive Verkehr, bei dem der Besitz eines autonomen Fahrzeugs tendenziell durch Transportdienstleistungen, die so genannte "Mobilität als Dienstleistung", ersetzt werden wird. Dies würde zu einem geringeren Absatz von Fahrzeugen in Privatbesitz führen, aber eine breitere kollektive Nutzung von Fahrzeugen begünstigen, da auch Kinder oder Menschen mit Behinderungen, die bisher nicht fahren konnten, nun Zugang zu Fahrzeugen haben werden. Die Menschen werden in der Lage sein, autonome Fahrzeuge zu bestellen, so genannte "On-Demand"-Dienste, über ein Sharing-Modell oder eine zentral betriebene Fahrzeugflotte, die über eine Telefon-App oder Plattform bereitgestellt wird.

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